Aurora Orchestra: “The Tour of Spring”
100 Personen, 10 Städte, 1 auswendig gespieltes Werk: im April 2026 absolvierte das Aurora Orchestra seine bislang längste internationale Tournee. Und als ob das noch nicht genug wäre, stand Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ auf dem Programm – natürlich auswendig gespielt. Die Auftritte führten sie zurück ins Southbank Centre in London, in die Kölner Philharmonie, die Isarphilharmonie in München, die Tonhalle Zürich, das Casino Bern und die Victoria Hall in Genf. Außerdem feierten sie Debüts in der Berliner Philharmonie, im Audimax Regensburg, im De Doelen in Rotterdam und in der Philharmonie Essen.
Das Konzert begann mit nur Celli, Bratschen und einem einzigen Schlagzeuger auf der Bühne. Nacheinander betraten die Orchestermusiker*innen den Saal und spielten dabei die eingängige Melodie von Ravels „Bolero“ bis der gesamte Saal vom Orchester erfüllt war und das Publikum von den Klängen umgeben waren.
Auf den Bolero folgte ein kurzer Moment der Publikumsbeteiligung, in dem Dirigent Nicholas Collon das Publikum dazu anleitete, bestimmte Rhythmen zu klatschen, die er nahtlos in John Adams’ „Short Ride in a Fast Machine“ überführte.
Auftritt: Hayato Sumino. Der japanische Pianist hat in vergangenen Jahr nicht nur YouTube, sondern auch die klassische Musikszene im Sturm erobert. Er spielte Gershwins „Rhapsody in Blue“ und verlieh dem Stück eine besonders jazzige Note, indem er einige Orchestermusiker in eine spontane Jazz-Ensemble-Kadenz einbezog - das Publikum fühlte sich wie in einem New Yorker Jazzclub an einem Freitagabend.
Stravinskys „Le Sacre du Printemps“ ist an sich schon ein schwieriges Stück, ganz zu schweigen davon, es auswendig zu spielen. Doch das Aurora Orchestra hat einmal mehr seine Kernkompetenz unter Beweis gestellt, und beim Anhören bekam man ein Gefühl dafür, wie schockiert das Publikum bei der Uraufführung wohl gewesen sein muss, so kraftvoll war die Darbietung.
Dieses gewaltige Unterfangen wurde vom Publikum, das nach jedem Konzertteil – wenn nicht sogar nach jedem einzelnen Stück – mit Standing Ovations reagierte, sowie von der Presse und den Veranstalter*innen mit größter Begeisterung aufgenommen. Wir können es kaum erwarten, das zu wiederholen!





















